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The Invader – oder: Antihippe Provokationshipster

Man mag von Skrillex halten, was man will, aber der Blog „The Invader“, dessen eigentlichen Zweck außer abwechselnd niveaulose Kritiken und unreflektierte Lobeshymnen zu posten, ich noch nicht erkannt habe hat mit seinem letzten Artikel zu Skrillex „Skrillex ist der Gott der Dorftrottel“ den Vogel abgeschossen und seinen Musikkritiken jegliche Legitimation als ernstzunehmende Rezensionen genommen.
Schon bei der letztens publizierten Kritik an Cro hat sich ein klares Bild der Autorin abgezeichnet. Durch niveaulose Wortwahl, unreflektierte Behauptungen und dem Zeichnen von dramatischen Szenen entspricht sie vollständig dem Begriff eines „neuen Boulevards“, der sich den Ansprüchen und Standards des digitalen Zeitalters unterworfen hat. Die Widersprüche, in die sie sich selbst verstrickt, fallen ihr wohl kaum auf – während sie einerseits den nie genau definierten Begriff des Hipsters flamed, bedient die Schreiberin sich andererseits der ihm oft vorgeworfenen Handlungsmuster. Ihre Hates richten sich gegen Musiker, die ein bisher eher im Underground befindliches Genre in kurzer Zeit in den Mainstream geholt haben und auch dessen Begriff des Genres verändert haben – so wie eben heute bei „Dubstep“ jeder an Skrillex und bei „neuem deutschem Hip Hop“ noch vor Casper an Cro denkt. Es muss ein schreckliches Gefühl für die ach-so-antihippe Autorin sein, dass auf einmal 14 jährige Kids die Musik hören, die sie schon gehört hat „bevor es cool war“ und auch noch „die falschen Künstler“ damit assozieren – dieses Ressentiment ist allerdings tief mit dem Hipster verwoben oder, um es mit den Worten der Schreiberin zu sagen, „Hipsterrumgeschwuchtel“.
Es fällt auch auf, dass unter dem scheinmodernen Mantel der Atombombenbastlerin (Selbstbezeichnung) sich die Ängste einer alternden Generation zeigen – die Angst vor Veränderung, die Angst davor, ersetzt zu werden. Sie wehrt sich um jeden Preis gegen alles, was nicht ihren Vorstellungen entspricht – und verstrickt sich dabei erneut in Widersprüchen. So schreibt sie von (echtem) „Dubstep“ und „eben so Opfer. Wie Skrillex. Die das Genre verfälschen.“ während sie noch zwei Zeilen darüber selbst sagt, dass Dubstep in einer Identifikationskrise steckt – daher kann es auch wohl kaum den Dubstep geben und dieser auch nicht verfälscht werden. Auch interessant ist, dass der Großteil ihrer im positiven Kontext genannten Künstler der Post-Dubstep-Bewegung entstammen, dessen Klang mit dem eigentlichen Dubstep der 90er genausowenig zu tun hat wie Skrillex – sie vergisst auch nicht zu erwähnen, dass es eine Unterscheidung gibt, aber maßt sich auch noch im selben Atemzug an, den Post-Dubstep als „richtig“ darzustellen, während der Brostep das Genre in den Dreck ziehe – wie auch immer das möglich sein sollte, da es ja bereits eine Unterscheidung gibt (oder zieht, in Analogie dazu, der Acidtek jetzt den Techno in den Dreck?).
Aber letztendlich hat alle inhaltliche Kritik wenig Zweck, da es offensichtlich nur um Provokation und Aufmerksamkeit geht, wie schon der erste Satz klarstellt: „Die Mutter von Skrillex bereut es jetzt schon, dass sie ihn damals nicht geschluckt hat.“.

Sie hätten wohl beim Pseudofranzösisch bleiben sollen

oder: Satireverachtung statt Gesellschaftskritik – die critique aujourd‘hui hat wieder gepostet

critique aujourd‘hui, die sich gerne mit dem Zusatz „Pseudofranzösisch statt Pseudokritik“ schmücken, haben mal wieder einen ihrer, auf eine ganz eigene Art und Weise unterhaltsamen, Artikel in die Weiten des Internets abgelassen. In diesem wird einem Kommentar des Users „opfer von allem“ zu einem Artikel der bonjour tristesse eine weitreichendere Plattform geboten, als dahingepfefferte Kommentare auf Blogs verdienen.
Der Text, der sich auf fast schon infantile Art über die satirische Glosse empört, diese ihres offensichtlich gewolten satirischen Zynismus beschuldigt, lässt sich in einem einzigen Satz zusammenfassen, auf den das „opfer von allem“ seine Theorien offensichtlich stützt und der einleuchtender nicht seien könnte: „Das das Gegenteil von Scheiße meist Scheiße ist, wird dem Betrachter auch hier schmerzlich bewusst.“
Es entspricht natürlich der Logik von Gegensätzen, dass diese sich gleichen, wie sonst sollten sie denn auch entgegengesetzt sein?
Ein wenig erinnert diese Argumentation auch an ein typisches Ressentiment aus der selbstverstandenen politischen „Mitte“, Nazis und Linksradikale seien „eh das gleiche“, sie unterschieden sich nur in ihrem Feindbild. Aber natürlich hat das „opfer“(1) Recht, wenn es behauptet, dass jene wenigen, die sich mit dem einzigen Staat solidarisieren, bei dem Selbstverteidigung von der (medialen) Öffentlichkeit als Aggression gewertet wird und der trotz seines Hintergrunds mit Deutschland in den 30er bis 40er Jahren verglichen wird, die selbe „Scheiße“ von sich geben würden, wie jene, deren Ziel offensichtlich die Vernichtung dieses Staates, wenn nicht sämtlicher Jüdinnen und Juden weltweit ist, schließlich gleichen sich Gegensätze ja, wie wir bereits festgestellt haben.
Auf den Rest dieses Ergebnis einer geistigen Selbstbefriedigung möchte ich nicht näher eingehen, genauso wenig auf das zusätzliche Kommentar der „Pseudofranzosen“.

Liebe critique aujourd‘hui, überlegt bitte das nächste mal, bevor ihr solche mittelklassigen Kommentare veröffentlicht, ansonsten bleibt doch lieber beim Pseudofranzösisch und überlasst die Kritik jenen, die fähig sind solche zu betreiben.

(1) Aus umgangssprachlicher Sicht bekommt diese Selbstbezeichnung eine ganz neue Bedeutung.

Das ging daneben.

9.November - Castor Fail

Danke an Torsun

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Arroganz, Zynismus und Menschenverachtung auf Softcore-Basis.

Inwiefern dieser Blog ernst zu nehmen ist, bleibt der Leserschaft überlassen.