Sie hätten wohl beim Pseudofranzösisch bleiben sollen

oder: Satireverachtung statt Gesellschaftskritik – die critique aujourd‘hui hat wieder gepostet

critique aujourd‘hui, die sich gerne mit dem Zusatz „Pseudofranzösisch statt Pseudokritik“ schmücken, haben mal wieder einen ihrer, auf eine ganz eigene Art und Weise unterhaltsamen, Artikel in die Weiten des Internets abgelassen. In diesem wird einem Kommentar des Users „opfer von allem“ zu einem Artikel der bonjour tristesse eine weitreichendere Plattform geboten, als dahingepfefferte Kommentare auf Blogs verdienen.
Der Text, der sich auf fast schon infantile Art über die satirische Glosse empört, diese ihres offensichtlich gewolten satirischen Zynismus beschuldigt, lässt sich in einem einzigen Satz zusammenfassen, auf den das „opfer von allem“ seine Theorien offensichtlich stützt und der einleuchtender nicht seien könnte: „Das das Gegenteil von Scheiße meist Scheiße ist, wird dem Betrachter auch hier schmerzlich bewusst.“
Es entspricht natürlich der Logik von Gegensätzen, dass diese sich gleichen, wie sonst sollten sie denn auch entgegengesetzt sein?
Ein wenig erinnert diese Argumentation auch an ein typisches Ressentiment aus der selbstverstandenen politischen „Mitte“, Nazis und Linksradikale seien „eh das gleiche“, sie unterschieden sich nur in ihrem Feindbild. Aber natürlich hat das „opfer“(1) Recht, wenn es behauptet, dass jene wenigen, die sich mit dem einzigen Staat solidarisieren, bei dem Selbstverteidigung von der (medialen) Öffentlichkeit als Aggression gewertet wird und der trotz seines Hintergrunds mit Deutschland in den 30er bis 40er Jahren verglichen wird, die selbe „Scheiße“ von sich geben würden, wie jene, deren Ziel offensichtlich die Vernichtung dieses Staates, wenn nicht sämtlicher Jüdinnen und Juden weltweit ist, schließlich gleichen sich Gegensätze ja, wie wir bereits festgestellt haben.
Auf den Rest dieses Ergebnis einer geistigen Selbstbefriedigung möchte ich nicht näher eingehen, genauso wenig auf das zusätzliche Kommentar der „Pseudofranzosen“.

Liebe critique aujourd‘hui, überlegt bitte das nächste mal, bevor ihr solche mittelklassigen Kommentare veröffentlicht, ansonsten bleibt doch lieber beim Pseudofranzösisch und überlasst die Kritik jenen, die fähig sind solche zu betreiben.

(1) Aus umgangssprachlicher Sicht bekommt diese Selbstbezeichnung eine ganz neue Bedeutung.


2 Antworten auf „Sie hätten wohl beim Pseudofranzösisch bleiben sollen“


  1. 1 Klabautermann 20. August 2011 um 12:06 Uhr

    Und du hättest doch lieber bei ‚Techgebrabbel‘ bleiben sollen. Dass dein Kritikniveau unter aller Kanone ist, scheinst du ja selber nicht mal zu merken. Wenn du schon die Argumentationsmuster aus der bt nimmst, solltest du sie wenigstens halbwegs sinnvoll füllen und nicht nicht mit dämlichen Analogien versuchen zu punkten. Wobei es natürlich kaum verwundert, dass du deine Halbbildung dann lieber erst mal im Blog zur Schau tragen willst, statt gleich an der bt mitzuschreiben.

    Außerdem hast du wohl noch nicht ganz kapiert, dass Satire nichts geringeres als literarisch aufgemotzte Politik ist. Den Sachverhalt, den Satire idealerweise mittels vergnüglichen Witzen auf den Punkt bringen sollte, ist hier eben tatsächlich ein menschenverachtender. Und diesen gilt es auch zu kritisieren! Es ist eine Sache, die Nostalgieversessenheit ostdeutscher Idioten lächerlich zu machen, soll man doch! Es ist aber eine andere Sache völkerpsychologische Stereotype zum Zwecke der Denunziation zu erfinden. Denn der Pali scheint ja nichts anderes zu tun als rumzumeckern (obwohl es natürlich nichts zu meckern gibt! Nein! Meckern soll nur, wer berechtigt ist). Außerdem zeichnet er sich durch delinquentes Verhalten und erstaunliche Dummheit bzw. bösartige Verdrehungen von Tatsachen aus. Das Folta-Machwerk kennt auch keine Individuen, sondern lediglich Träger des palästinensischen Volksgemeisnchaftsgeistes. Der Bezug auf Gaza suggeriert nichts anderes, dass eine einheitliche Feindesfront aus Ostdeutschen und Palästinensern existiert.
    Emanzipatorische Kritik mit anderen Mitteln? Nein, bürgerliche Moral und konservative Kritkmuster lassen grüßen.
    Und dass die sogenannte Islamkritk nicht mal mehr für ihre eigenen Protagonisten plausibel ist, zeigt ja die letzte prodomo-ausgabe. Nur entsteht hier plötzlich derselbe Reflex, der sonst kritisiert wird: Die Reihen sollen geschlossen gehalten werden und die eigene Gemeinschaft wird gegen das kritisierende Gesindel in Stellung gebracht.
    Deshalb gilt es nach wie vor, die bt als antiemanzipatorisch zu kritisiren. Mit Leuten, die glauben die Welt verstanden zu haben, nur weil sie im Lesekreis bei kaffee und kuchen die elemente des antisemitismus besprochen haben, lohnt es sich nicht wirklich zu diskutieren. Vernunft ist hier durch Narzismus ersetzt worden.

    PS: Im Übrigen ist sogar der bt-artikel artikel klüger als du, weil er zumindest den implizit politischen gehalt von satire erkennt: „Auf den Tischen des Lokals liegen zahlreiche Ausgaben des „Eulenspiegel“, einer „Satirezeitschrift für Männer“, die mit spitzer Feder augenzwinkernd das Leben in Gaza kommentiert, „auf dass den Juden das Lachen im Halse stecken bleibt“ (Eigenwerbung „Eulenspiegel“)“.

  2. 2 viennasoftcore 22. August 2011 um 1:05 Uhr

    Wie du dem Selbstverständnis dieses Blog entnehmen kannst, bin ich mir der arroganten, sich „unter aller Kanone“ bebefindenden Schreibweise sehr wohl bewusst, aber Recherche und Analyse scheineh nicht deinen Stärken zu sein, sonst hättest du wohl auch erkannt, dass meine Argumentationsmuster höchstens zufällig in wenigen punkten jenen der bt gleichen, handelt es sich bei mir nicht mal um einen regelmäßigen Leser dieses Blatts, aber das alte Klischee der nachlplappenden Blogger muss hier natürlich in deiner niveauvollen Kritik eines nivauelosen Artikels reproduziert werden.
    Über den Rest kannst du gerne mit den Autoren der bt streiten, geht es mir hier nicht um den Text, sondern diese dümmliche, „huhumanistische“ Form von Kritik und die unreflektiere Wiedergabe dieser durch die ca‘h.

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